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Auf dem „Disibodenberg“ bei Staudernheim erwartet die Besucher die Überreste einer alten Klosteranlage. Die Grundmauern sowie auch größere Teile von einzelnen Gebäudewänden lassen nur ansatzweise die Schönheit erspüren, die dieses Kloster einst gehabt haben muss. Die Anlage erreicht man über die Straße „Odernheimer Straße“, kurz bevor man den Ort 55568 Staudernheim in Richtung Odernheim verlässt geht es auf der linken Seite auf eine schmale, asphaltierte Straße (ausgeschildert) die nach etwa einem Kilometer Länge zum Parkplatz führt. Von dort aus geht es dann circa 300m leicht bergauf bis man das Plateu erreicht, auf dem die Klosteranlage liegt.

 

Die Geschichte

Der Legende nach befand sich auf dem heutigen „Disibodenberg“ schon zu der Kelten- und Römerzeit ein Heiligtum. Der Wandermöch „Disibod“, nach dessen auch Berg und Kloster benannt wurden, soll sich um 640 dort niedergelassen haben. Sein guter Ruf lockte daraufhin zahlreiche Menschen an, auch nach seinem Tod etwa um 700 lockte sein dortiges Grab weiterhin Pilger an. Etwa 50 Jahre nach seinem Versterben errichtete man letztlich an dieser Stelle eine kleine Kirche.

 

Auf Veranlassung des Mainzer Erzbischofs wurde von zwölf „Augustiner-Chorherren“ um 1000 ein Stift gegründet der später in ein „Benediktinerkloster“ umgewandelt wurde. Hieraus hervorgehend begann man im Jahre 1108 eine Klosteranlage auf dem „Disibidenberg“ zu errichten, unter anderem mit einer großen Klosterkirche, deren Reste noch heute zu sehen sind.

 

So kam es das am 01.11.1112 unter anderem die heute selig gesprochene „Jutta von Sponheim“ und die heutige „Hildegard von Bingen“ in das erste „Magistra“ der neuen Frauenklause im Kloster aufgenommen wurden. Beide verhalfen dazu dass das Kloster immer mehr an ansehen erlangte, neue Schwestern und Brüder, die Besitz und Macht mitbrachten sind ins Kloster eingetreten.

 

Etwa um 1150 soll „Hildegard“ das Kloster verlassen haben um in Bingen ein neues gründen zu können, darunter litt das Ansehen der Anlage auf dem „Disibodenberg“ extrem. Mitunter waren es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Adel und dem Erzbistum in Mainz die das Kloster verarmen und niedergehen liesen.

 

12 „Zisterzienser“ aus Otterberg haben auf Anordnung des Erzbischofs von Mainz 1259 das Kloster übernommen und es dadurch wieder zum florieren gebracht. Gebäude wurden umgebaut und weitere gebaut, wie das „Hospitz“ und das „Abteigebäude“ von denen heute noch die hohen Giebelwände besichtigt werden können.

 

In Folge der Reformation wurde das Kloster jedoch 1559 geschlossen und während des Dreißigjährigen Kieges langjährig besetzt. Bereits in der napoleonischen Zeit war es in einem Zustand, der an eine Ruine erinnerte. Ab dem 18. Jahrhundert diente es dann den umliegenden Ortschaften als Steinbruch.

 

Der ehemalige Eigentümer „Wannemann“ beauftragte 1840 die Umgestaltung der Anlage in einen Landschaftsgarten unter Einbindung der Ruine, die hierdurch teilweise umgestaltet wurden. Gräfin „Ehrengard von Hohenthal“ hat das Koster 1954 geerbt und sich zusammen mit Ihrem Mann für den Erhalt der Ruinen eingesetzt. Nach umfangreichen Ausgabungen um 1985 wurde von der Gräfin 1989 die „Disibodenberger Scivias Stiftung“ gegründet an die auch die Ruine vermacht wurde. Zu Ehren des 900. Geburtstags von „Hildegard von Bingen“ ist 1998 auf dem „Disibodenberg“ die neue „Hildegardis-Kapelle“ eingeweiht worden.

 

Fazit

Ein wirklich schönes Ausflugsziel, die Anlage ist bedeutend größer als ich es vorher angenommen hätte. An vielen Stellen ist noch der schöne alte Gebäudesockel und Teile von Säulengängen erkennbar, hierdurch lässt sich die damalige Gestaltung des Klosters leicht erahnen. Viele Pflanzen überwachsen die Grundmauern was ein sehr mysteriösen Charme hat. Vom Bereich der neuen Kapelle aus hat man einen schönen Blick ins Tal. Besucher können zwei kurze beschilderte Wege, den „Meditationsweg“ oder den „Rundweg zur Klosterpforte“ gehen. Schön fände ich es persönlich wenn man in der Ruine selber noch mehr über deren Geschichte berichten würde. Am Fuß des Berges (Eingangsbereich) gibt es außerdem noch ein kleines Museum. Der Besuch der Anlage ist nicht kostenlos, die Einnahmen sollen der Pflege und dem Erhalt der Klosterruine zu Gute kommen.

 

Fakten

Mein persönliches Voting: 3,8 von 5 Sternen

Start und Ziel (Parkplatz): DG: Breitengrad 49.778635452691255, Längengrad 7.703677611160327– GMS: Breitengrad N 49° 46' 43.088'', Längengrad O 7° 42' 13.239''

 

weiterführende Links

https://www.disibodenberg.de/